Geschichte des Bergbaus in Mitteldeutschland

Geschichte des Bergbaus in Mitteldeutschland

 
 
 

Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland

 

Das geschichts­träch­ti­ge Land Sach­sen-Anhalt war und ist reich an Boden­schät­zen. Jahr­hun­der­te­lang wur­den sie inten­siv genutzt.  Zahl­rei­che Stät­ten zeu­gen von der frü­he­ren Nut­zung der Boden­schät­ze. Sie waren nicht sel­ten Aus­gangs­punkt geschicht­li­cher, wenn auch anfangs meist tech­nik­ge­schicht­li­cher Entwicklungen.
Die berg­bau­li­che Tätig­keit begann in Sach­sen-Anhalt und damit letzt­lich in Mit­tel­deutsch­land mit der Salz­ge­win­nung in Sali­nen und mit der Kup­fer­schie­fer­ge­win­nung und -ver­hüt­tung am süd­li­chen Harz­rand. Der Stein- und Braun­koh­len­berg­bau sowie der Stein­salz- und Kali­berg­bau sind jün­ge­ren Datums.
Die Anfän­ge des Erz­berg­baus lie­gen mehr als 1000 Jah­re zurück. Der Reich­tum des Har­zes an Boden­schät­zen beruht auf Pro­zes­sen, die im Erd­al­ter­tum und im Erd­mit­tel­al­ter zur Fül­lung von Gebirgs­spal­ten mit ver­schie­de­nen Mine­ra­li­en führ­ten. Dar­unter waren Erze wie Blei­glanz, Zink­blen­de, Wolf­ramit, Häma­tit, Schwe­fel­kies, Eisen- und Fluss­spat. Bei der Nut­zung der so ent­standenen Boden­schät­ze wur­den im 18. und 19. Jahr­hun­dert im Unter­harz das Straß­ber­ger, das Neu­dor­fer, das Harz­ge­röder und das Til­keröder Revier und im mitt­le­ren Harz die Gebie­te um Elbin­ge­ro­de-Hüt­ten­ro­de bedeu­ten­de Zen­tren. Bis in die jüngs­te Ver­gan­gen­heit erfolg­te der Abbau auf Eisen­erz am Büchen­berg, auf Fluss­spat bei Rott­le­bero­de und Straß­berg sowie auf Schwe­fel­kies bei Elbingerode.
Eine beson­de­re Rol­le bei der Gewin­nung von Erzen spiel­te über Jahr­hun­der­te der Abbau des Kup­fer­schie­fers. Der Sage nach sol­len im Jah­re 1199 zwei aus Gos­lar zuge­wan­der­te Berg­knap­pen, Napp­ian und Neu­cke, das Kup­fer­erz am Kup­fer­berg bei Hett­stedt ent­deckt ha­ben. In einer Mäch­tig­keit von 40 cm abge­la­gert, wur­de es in schwers­ter berg­män­ni­scher Arbeit in nied­ri­gen Stre­ben abgebaut.
Der Berg­bau folg­te dem Flöz in immer grö­ße­re Teu­fen und be­wirkte das Ent­ste­hen immer höhe­rer Hal­den, die land­schafls­prä­gend gewor­den sind.
Salz schuf Reich­tum und ließ vie­le Salz­han­dels­stra­ßen ent­ste­hen. Die Salz­ab­la­ge­run­gen Mit­tel­deutsch­lands sind über­wie­gend vor ca. 200 Mil­lio­nen Jah­ren gebil­det wor­den. Zahl­rei­che Sach­zeu­gen bedeu­ten­der Salz­wer­ke befin­den sich auch in Sach­sen-Anhalt.
Die ers­te berg­män­ni­sche Gewin­nung von Stein­salz erfolg­te 1852 in Staß­furt. Um 1860 wur­de auch der Wert der mit­ge­för­der­ten Kali­sal­ze erkannt, wor­auf 1861 in Staß­furt erst­ma­lig in der Welt plan­mä­ßig Kali­sal­ze abge­baut und ver­ar­bei­tet wur­den. Heu­te wird in Muse­en, Austel­lun­gen und Sali­nen über die unter­schied­li­chen Tech­no­lo­gi­en der Salz­ge­win­nung berichtet.
Im Stadt­ge­biet von Hal­le wur­de einst Stein­koh­le abge­baut. Be­deutender sind die nörd­lich der Stadt gele­ge­nen ehe­ma­li­gen Gru­ben bei Wet­tin, Löb­e­jün und Plötz. Die Blü­te­zeit des Abbaus lag im 19. Jahr­hun­dert, sein Ende aber erst nach der Mit­te des 20. Jahrhunderts.
Die ältes­te Braun­koh­len­ge­win­nung Sach­sen-Anhalts ist bereits Ende des 14. Jahr­hun­derts nach­ge­wie­sen. Die weit ver­brei­te­ten und umfang­rei­chen Vor­rä­te an Braun­koh­le wur­den zum bestim­men­den Impuls bei der Ansied­lung wei­te­rer Wirt­schafts­zwei­ge in Sach­sen-Anhalt, beson­ders der Groß­che­mie, der Elek­tro­en­er­gie­er­zeu­gung und des Maschi­nen­baus. Die Ein­grif­fe des Berg­baus in die Natur sind weit­hin sicht­bar und wer­den auch in Zukunft das Land­schafts­bild prä­gen. Mit der fort­schrei­ten­den Rekul­ti­vie­rung der Bergban­fol­ge­land­schaf­ten ent­ste­hen in den Regio­nen neue Natur- und Kul­tur­land­schal­fen.

Die Glück-Auf-Tour will Tou­ris­ten, Besu­cher und dem Fach­mann mit vor­han­de­nen Zeit­zeu­gen des Berg­baus bekannt machen. Sie wid­met sich ein­zel­nen Berg­bau­zwei­gen und wirbt für den Besuch aus­ge­wähl­ter Sach­zeu­gen frü­he­rer Berg­bau­tä­tig­keit. Die „Tour“ ver­steht sich nicht als ver­selbst­stän­dig­te „Stra­ße“, son­dern als Ergän­zung im tou­ris­ti­schen Angebot.
Sie selbst kön­nen „Ihre Rou­te“ zusam­men­stel­len und so die Berg­bau­sach­zeu­gen erleben.
Berg­bau­ge­bie­te der Glück-Auf-Tour